Eine Bühne für sie

Ein Bistro in Kreuzberg, abends gegen sieben. Viel los ist hier nicht, drei Gäste an zwei Tischen. Und das ist, wie wir bemerken werden, angesichts der sagenhaften Bocklosigkeit der Kellnerin wohl besser so. Sie erwidert den guten Abend nicht, den wir ihr wünschen, ihr Blick sagt, dass sie uns etwas übel nimmt. Doch was? Was ist mit ihr? Das, was sie tun soll, kann sie nicht, will sie nicht, aus einem nur ihr bekannten Grund. Tiefe Verachtung geht von ihr aus, die Speisekarten haut sie uns hin wie ein von ihr unterschriebenes Todesurteil. Die Pasta für den anderen Tisch dampft in der Durchreiche, doch sie muss jetzt erst mal raus hier, aus dieser Hölle der Essenwollenden, eine rauchen. Das erlaubt es uns, dieses finstere Mädchen durch die Fensterscheibe zu beobachten. Die einstudierte Art, wie sie die Zigarette hält, den Qualm ausatmet, in eine unsichtbare Sonne blickt, ja: raucht, ohne eigentlich zu rauchen – und recht bald wissen wir: Sie ist im Begriff, Schauspielerin zu werden! Und all das hier, die dreckigen Tische, das läppische Trinkgeld, dieser Job, ist nur eine Verzögerung ihres Durchbruchs, eine Hänselei des Schicksals, eine Prüfung. Und sobald wir begriffen haben, dass dieses Bistro eine Bühne für sie ist und wir die Statisten sind in einem Einpersonenstück, sehen wir in ihr nicht mehr die bocklose Kellnerin, sondern einen Star von übermorgen, in ihrem Blick nicht mehr Verachtung, sondern die Begabung zum monumentalen Weltschmerz, und in unserem Hunger einen Tribut, den wir der Kunst zollen. Doch was, wenn nun tatsächlich ein Regisseur hineinkommen und ihr eine Rolle anbieten würde – als Kellnerin in seinem nächsten Film? Das würde nicht klappen. Denn sie ist ja Schauspielerin, keine Kellnerin. Und die Pasta in der Durchreiche längst kalt.

Wenn nichts passiert

An einem späten Nachmittag in einem Zeitungskiosk in Neukölln. Es riecht nach zu heißem Schnellgericht und zu kaltem Rauch. Nicht sehr gut also und nicht sehr lange möchte man deswegen bleiben, bloß schnell das Nötigste einkaufen. Doch der kleine Junge, der gerade eben lesen kann, steht wie hypnotisiert vor dem Regal mit den Magazinen. »Kommst du, bitte?« – »Nein.« Er kann jetzt hier nicht weg, es gilt ein großes Problem zu lösen. Denn auf dem Titelblatt einer Zeitschrift wird ein philosophischer Aufsatz wie folgt beworben: »Was passiert, wenn nichts passiert?« Allemal eine gute Frage, denkt man selbst bei sich, tatenlos hinter dem kleinen Jungen stehend, Schnellgericht- und Nikotingestank inhalierend. »Du, wir müssen weiter!« – »Gleich.« Seine Lippen bewegen sich lautlos, während er die Frage wieder und wieder liest und sie allmählich begreift. Schließlich ist es, als schwebte der Lichthof eines heiligen Ernstes über seinem blonden Köpfchen. Er denkt nach, brütet, geht in sich, immer tiefer, das Weltwissen eines Sechsjährigen durchmessend. Minuten vergehen. Stunden vielleicht? Was passiert, wenn nichts passiert? Dann muss etwas passieren! Nämlich: »Dann hängen sich Omas schöne Ketten um!«, verkündet der kleine Junge, als wäre dies und nur dies wahr, wendet sich zum Ausgang und sagt: »So. Jetzt können wir los.« Er geht voran, man selbst hinterher. Überallhin wohl würde man ihm folgen.

Über ihm der Himmel über Berlin

Eine milde Nacht in Kreuzberg, vielleicht die letzte des Jahres. Irgendwo in den Häuserschluchten zwischen Friedrich- und Wilhelmstraße erbricht sich ein Mann. Steht er im verlassenen Parkhaus? Hinterm Bolzplatz? Auf der Hundewiese? Sein Husten, Würgen, Spucken, Stöhnen dringt hinauf zu den Balkonen ringsum, auf denen die Menschen sitzen und von etwas Schönem träumen wollen, es kommt näher, entfernt sich, kommt wieder näher, hört nicht auf. Es ist, als ginge der Mann kotzend spazieren. Gefällt ihm dieses Kreuzberg etwa nicht? Nun hat er die Büsche des Theodor-Wolff-Parks erreicht, hustet, würgt, spuckt, stöhnt, über ihm der Himmel über Berlin. In der Stille danach hört man die Menschen auf ihren Balkonen hinunter lauschen: Geht das noch weiter? Wie oft kann ein Mensch sich übergeben? Wann können sie das Träumen endlich wieder aufnehmen? Und wo waren sie stehen geblieben? Dann taucht der Mann zwischen Altglascontainern in der Franz-Klühs-Straße auf. Sich anlehnend, hustet, würgt er ein letztes Mal, sein Sputum klatscht auf den Asphalt. Endlich hat der Krampf sich gelöst, der Mann schüttelt seine Glieder, überprüft seine Garderobe, eine neue Kraft fährt in ihn, er hat, was immer ihn plagte, offenbar überstanden. Sich zu seiner wahren Gestalt erhebend, überquert er die Straße. Unter dem Vordach des Supermarkts, im Schein schmutziger Lampen, wartet eine Frau. Als sie den Mann auf sich zukommen sieht, öffnet sie die Arme, er schlüpft hinein. Sie küssen sich. Eine milde Nacht in Kreuzberg, vielleicht die letzte des Jahres.

Nun komm doch

Ein Park in Kreuzberg, zwischen Oranien- und Alter Jakobstraße. Waldeck, der Namensgeber, ein Linksliberaler aus dem 19. Jahrhundert, ist längst vergessen. Und so sucht der Unwissende in diesem Eck nach dem Wald, den der Park zu versprechen scheint. Vergeblich: Nur zehn, zwölf Bäume stehen hier herum. Ungeduldig werfen sie ihre Schatten auf irgendwelche Dahergelaufenen, die auf den M29 warten, ganz so, als würden diese Bäume selbst gern in den Bus steigen, nur fort von hier, am besten in einen Wald, den es wirklich gibt. Kein Zweifel: Wer im Waldeckpark spazieren geht, der kann nicht anders. So wie die alte Frau am Mittwochmorgen dieser Woche. Sie steht in Puschen an einem quadratischen Beet, in dem ihr Dackel an einer Rose schnüffelt. Er sieht glücklich aus, die alte Dame jedoch nicht. Sie schaut auf das Beet und auf die Rosen und auf ihren Dackel und doch durch all das hindurch in einen Abgrund. In den Tod etwa? Wie lange hat sie noch? Wird der Dackel sie überleben? Und was wird dann aus ihm? Sie macht einen Schritt fort von diesem Gedanken und von dem Beet. Doch der Dackel will ihr nicht folgen, er schnüffelt jetzt noch glücklicher an seiner Rose. Die alte Dame wartet, macht dann noch einen Schritt. Der Dackel aber bleibt im Beet. Dann ruft sie ihn, gar nicht streng, vielmehr sehnsüchtig, sie ruft ihn bei seinem Namen: »Papi!« Und noch einmal. »Papi!«, schallt es durch den Waldeckpark. »Papi, nun komm doch! Papi!« Wir bleiben nicht lang genug an diesem Ort, um zu sehen, ob Papi der alten Dame schließlich folgt. Denn da kommt ja auch schon der M29 und bringt uns fort von hier.

Selbst dazu zu heiß

An einem Samstagnachmittag, in der Nähe des Checkpoint Charlie, die Sonne schreit vom Himmel. Hier also soll sich einst die Sollbruchstelle der Welt befunden haben, hier hätte sie in Scherben gehen können. Panzer, Stacheldraht, Schießbefehl. Oder war all das nur ein Witz? Sie lachen darüber, die Touristen, lassen sich mit als Grenzsoldaten verkleideten Studenten fotografieren, essen Rosinenschnecken bei Kamps und erbrechen sich aus dem Bier-Bike auf den Todesstreifen. Heute aber ist es selbst dazu zu heiß, die Straßen sind beinah leer. Ein Souvenirhändler hat Schatten unter dem Schirm eines Cafés gefunden. Aus seinen immer wieder zufallenden Augen bewacht er seinen Bauchladen, den er an ein Straßenschild gelehnt hat. Da biegt um die Ecke Schützenstraße/Friedrichstraße eine spanische Familie, Vater, Mutter, zwei Söhne. Sie alle sind schweißnass. Gleichwohl interessieren sie sich für das Pelzmützensortiment des Souvenirhändlers, Restbestände der Roten Armee, echt oder unecht, wen kümmert das hier. Der nun hellwache Souvenirhändler hält dem Vater diverse Modelle hin. Der Mann setzt eine nach der anderen auf seinen triefenden Kopf, einer der Söhne berät ihn, der andere befühlt etwas abseits seine Igelfrisur, wie es der Mutter bei all dem geht, ist wegen ihrer riesigen Sonnenbrille nicht zu erkennen. Die Wahl des Vaters fällt schließlich auf eine Uschanka mit Ohrenklappen, ein roter Stern prangt auf der Stirnseite. Er ist überglücklich, mustert sein Spiegelbild im Schaufenster, dann zahlt er mit einem großen Schein. Sich zum Gehen wendend, macht er, der Spanier, mit seiner neuen sowjetischen Pelzmütze auf dem Kopf den Hitlergruß. Der Souvenirhändler lächelt. Die Sonne schreit vom Himmel. Hier hätte die Welt in Scherben gehen können.

Es sei zum Verzweifeln

Auf einem Friedhof in Kreuzberg, an einem Sonntag gegen 18 Uhr. Die Spatzen, die sich hier im Staub baden, wissen so gar nichts vom Tod. Lächeln sie etwa? Für einen kurzen Augenblickt sieht es so aus. Der Sonne, die noch immer auf den Gottesacker brennt, ist ohnehin alles gleichgültig. In den Fichten hält sich der Schatten versteckt. Im Mittelgang, am Wasserhahn, steht ein Frau. Sie habe die Stiefmütterchen doch heute Morgen erst gegossen, sagt sie zum Vorbeigehenden, die zinnerne Gießkanne füllend. Doch jetzt, am Abend, ließen sie schon wieder die Köpfe hängen. Soviel könne sie ja gar nicht gießen, es sei zum Verzweifeln, einfach zum Verzweifeln. Der Wasserhahn quietscht, als sie ihn wieder zudreht, die Spatzen schrecken auf, hüpfen aus ihrem Staubbad, fliegen aber nicht davon. Die Gießkanne ist nur halb voll. Mehr schaffe sie nicht zu tragen, sagt die Frau. Kann man helfen? Nein, nein, sie gehe gern mehrmals, sie habe ja jetzt viel Zeit. Lächelt sie etwa? Für einen kurzen Augenblick sieht es so aus. Sie hebt die Gießkanne an. Den Mittelgang hinunter, Richtung Pforte, liegt ihr Mann begraben. Sie gießt die Stiefmütterchen mit den hängenden Köpfen. Die Buchstaben auf dem Grabstein sind noch weiß. Neben einem jungen Rhododendron liegt eine Tonscherbe mit der Aufschrift DU FEHLST. Was wir brauchen, sagt die Frau, ist Regen.

Ein Fest fürs Leben

Prenzlauer Berg, an einem Taxistand abends um elf. »In die Friedrichstraße, bitte. Ans tote Ende, Mehringplatz.« – »Kenn’ ich!«, ruft der Fahrer. »Bin ich aufgewachsen.« Er tippt auf sein Taxameter, es piept, »3,20« leuchtet auf, als wäre das die Gebühr für die Geschichte, die er jetzt erzählen wird. Von seiner Kindheit in den Sechzigern, vom immer noch zerstörten Kreuzberg, vom Versteckspiel zwischen Resttrümmern. Und man kommt nicht umhin, sich einen Zehnjährigen vorzustellen, der schon damals eine speckige Taxifahrerlederjacke trug und HB rauchte. »Einmal«, sagt er, »haben wir auf einem Flachdach rumgetobt. Bis es halb eingestürzt ist. Die Feuerwehr musste kommen und uns da runter holen. Das gab vielleicht Ärger!« Er lacht und lenkt, vor uns huschen drei Spanier über eine rote Ampel und freuen sich wie immer, nicht überfahren worden zu sein. Berlin – ein Fest fürs Lebens? »Einmal haben wir in einer Ruine Knochen gefunden«, sagt der Taxifahrer. »Vielleicht noch aus dem Krieg. Vielleicht Mord. War aber auch egal.« Er lacht wieder. Wir haben nun Kreuzberg erreicht, Sozialbauten säumen die Straße. »Damals wollten die den ganzen Stadtteil abreißen. Die Pläne gab es schon. Die Stadtautobahn sollte hier durchführen.« Er malt einen groben Bogen in die Nacht, der ungefähr am Moritzplatz endet. Kreuzberg ohne Kreuzberg. Kaum vorstellbar. Was hätten die Spanier dann gemacht? Kippenberger? Rio Reiser? All die anderen? »Ich wohne hier nicht mehr«, sagt er Taxifahrer schließlich, als wir am toten Ende angelangt sind. »Ich vermisse es auch nicht. Hätten sie ruhig platt machen können.«

Ja, da haben Sie recht

Abends um acht im Hinterhof des Umspannwerks Ost in Friedrichshain, vorm Eingang des Kriminaltheaters. Es ist so kalt, dass selbst blaues Licht warm leuchtet. So kalt, dass man sich einbildet, Rauchen könnte einen wärmen. Aber wie es so ist, weil es immer so ist: Man hat kein Feuer. Nirgends. »Haben Sie mal Feuer?« Der Mann, der da auch noch im Hinterhof steht, zwischen Mülltonnen und Sichtwerbung, gräbt in seinen Hosentaschen. Nein, aber den Zigarrenstumpen hier, den könne man gern haben. Der Stumpen ist etwas feucht an der Mundseite, aber immerhin: Feuer. Und gemeinsam rauchen, das wärmt ja doppelt, bildet man sich jedenfalls ein. Aber warum ist der Mann bloß so nervös, ja verängstigt? Er äugt in Richtung Eingang, offenbar bereit zu fliehen. »Ich habe da mal eine Frage«, sagt er, fahrig Rauch ausatmend. »Glauben Sie, dass in diesem Theater wirklich Menschen umgebracht werden?« Man will lachen, doch es ist nicht lächerlich: Dieser Mann befürchtet wirklich Schlimmstes. Nein, nein, sagt man, mit gespielter Onkeligkeit, das sei ja alles nur Theater, Fiktion! »Wirklich?« Aber ja, außerdem wäre es ja viel zu umständlich, für jede Vorstellung neue Schauspieler zu engagieren. Der Verschleiß! »Ja, da haben Sie recht.« Der Mann saugt an seiner Zigarre, er wirkt nun etwas ruhiger. Und dabei könnte es bleiben, wenn nicht in diesem Augenblick aus dem Innenraum ein markerschütternder Schrei dringen würde. Im Kriminaltheater ist jemand ermordet worden.

Nun hört doch wenigstens mal hin

Staatsoper Unter den Linden. »Die Entführung aus dem Serail« von Mozart wird aufgeführt. Oder wie Eingeweihte sagen: »gegeben«. Diese Eingeweihten, sie tragen Garderobe, nicht bloß Kleider. Sie murmeln, weil man hier nicht einfach redet. Sie lesen ihre Programmhefte nicht, sie studieren sie. Und sie sagen, wenn sie mal für kleine Eingeweihte müssen und sich durch die Reihen quetschen, »Pardon« statt »Entschuldigung«. Wer nicht eingeweiht ist, dem wird vom Geruch nach Fuchsstola, Cognac und Großmutterparfum schwarz vor Augen, noch bevor das Deckenlicht erlischt. Doch plötzlich Unruhe auf dem Rang – eine Busladung Realschüler auf Klassenfahrt drängt herein. Ihre Gesichter stellen klar: Sie wollen nicht hier sein. Sie wissen nicht, was Oper ist, aber sie hassen sie. Nur ihre Lehrerin, eine Frau von fünfzig, die Irmgard heißen könnte, lächelt kunstsinnig in das nun tatsächlich abnehmende Licht hinein. Die Vorstellung beginnt, die Realschüler tun, was Realschüler tun müssen: Sie langweilen sich radikal. Holen ihre Telefone heraus. Knistern mit Brötchentüten und Daunenjacken. Lachen, flüstern, rülpsen, atmen, sind vorhanden – stören. Schon durchschneidet das erste »Psssst« die schwüle Luft wie ein in Großmutterparfum getauchter Giftpfeil. Krieg ist in Verzug. Die Eingeweihten gegen die Schüler, die Schüler gegen ihre Lehrerin, die Lehrerin gegen sich selbst. Auch Mozart unter den Opfern. Dann, in der Pause, ein erstaunlicher Akt der Diplomatie: Eine Eingeweihte steht auf und dreht sich, die Lehrerin ignorierend, zu den Schülern um. »Liebe Kinder«, sagt sie mit gespielter Geduld. »Nun hört doch wenigstens mal hin. Der Tenor wird in ein paar Jahren ein Star sein!« Der Klassensprecher steckt sich eine Kippe hinters Ohr. Sich zum Gehen abwendend, sagt er noch: »Aber wir sind nur noch diese Woche in Berlin.«

Es gehe nicht anders

Ein Baumarkt in Kreuzberg, abends gegen sieben. Vor dem Eingang sitzt ein kleiner Junge auf einem elektrischen Pferd. Ein Mann wirft eine Münze hinein. Das Pferd galoppiert los und bleibt doch stehen. Der Junge, etwas zu dick und etwas zu vergnügt, gibt ihm die Sporen. Der Mann grinst und betritt den Baumarkt. Dasselbe versucht nun schon seit längerem ein leicht läppischer Greis. Doch sein Hund will nicht draußen bleiben, wie das Schild am Eingang es verlangt. Der Greis erklärt alles, der Hund versteht nichts. Schließlich bindet er ihn an einem metallenen Ascheimer fest – es gehe nicht anders – und betritt ebenfalls den Baumarkt. Zurück bleiben der weinende Hund und der reitende Junge, ohne einander viel Beachtung zu schenken. Da taucht hinter einer Heckenformation eine Frau auf. Sie sieht den Jungen und ruft: »Jonas! Wer hat dir denn Geld für das Pferd gegeben?« Der Junge, immer noch etwas zu dick, aber nicht mehr vergnügt, antwortet, als wäre er sich einer unbekannten Schuld bewusst: »Ein Onkel.« Er sagt das sehr leise. Und doch versetzt die gesamte Situation den Hund offenbar in Panik. Er rennt davon, an der Frau, dem Jungen, der Heckenformation vorbei, und verschwindet im Dunkel. Den metallenen Ascheimer zieht er hinter sich her. Man hört ihn noch, als das Pferd längst wieder still steht.