Es gehe nicht anders
Ein Baumarkt in Kreuzberg, abends gegen sieben. Vor dem Eingang sitzt ein kleiner Junge auf einem elektrischen Pferd. Ein Mann wirft eine Münze hinein. Das Pferd galoppiert los und bleibt doch stehen. Der Junge, etwas zu dick und etwas zu vergnügt, gibt ihm die Sporen. Der Mann grinst und betritt den Baumarkt. Dasselbe versucht nun schon seit längerem ein leicht läppischer Greis. Doch sein Hund will nicht draußen bleiben, wie das Schild am Eingang es verlangt. Der Greis erklärt alles, der Hund versteht nichts. Schließlich bindet er ihn an einem metallenen Ascheimer fest – es gehe nicht anders – und betritt ebenfalls den Baumarkt. Zurück bleiben der weinende Hund und der reitende Junge, ohne einander viel Beachtung zu schenken. Da taucht hinter einer Heckenformation eine Frau auf. Sie sieht den Jungen und ruft: »Jonas! Wer hat dir denn Geld für das Pferd gegeben?« Der Junge, immer noch etwas zu dick, aber nicht mehr vergnügt, antwortet, als wäre er sich einer unbekannten Schuld bewusst: »Ein Onkel.« Er sagt das sehr leise. Und doch versetzt die gesamte Situation den Hund offenbar in Panik. Er rennt davon, an der Frau, dem Jungen, der Heckenformation vorbei, und verschwindet im Dunkel. Den metallenen Ascheimer zieht er hinter sich her. Man hört ihn noch, als das Pferd längst wieder still steht.